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Nachrichtenübersicht und News des aktuellen Jahrs
Leserbriefe

Nachrichten über Ralf Isau aus dem Jahr 2008

Datum

Meldung

29.11.2008 Mit dem Verkaufsstart von Das Lied der Befreiung Neschans, dem letzten Band der Neschan-Trilogie, ist Ralf Isaus mittlerweile legendäres Romandebut nun auch vollständig bei Amarin Printing & Publishing Ltd. (Bangkok) in Thai erhältlich.

18.11.2008

30. Jahrestag des »Jonestown-Massakers«

Zum 30. Mal jährt sich am 18. November 2008 das sogenannte »Jonestown-Massaker«. Auf diesem historischen Ereignis basiert Ralf Isaus Roman Der Silberne Sinn. Worum handelt es sich dabei? Am 18. November 1978 sterben über neunhundert Mitglieder des »Tempels des Volkes« (Peoples' Temple) in Jonestown, einer Siedlung im Dschungel von Guyana. Später wird man behaupten, die meisten seien dem Aufruf ihres geistigen Führers Jim Jones gefolgt und hätten sich selbst umgebracht. Bei einigen lässt Jones allerdings nachhelfen. Nicht zu seinen Anhängern, aber zu den Ermordeten gehört auch Leo Ryan, ein Mitglied des amerikanischen Repräsentantenhauses, der Jonestown wegen Verdächtigungen im Hinblick auf Menschenrechtsverletzungen gerade einen Besuch abstattet. Nur etwa achtzig Personen überleben die sogenannte »Weiße Nacht«.

Das Committee on Foreign Affairs des US-Repräsentantenhauses (heute Committee on International Relations) stellte eine Untersuchung der Todesumstände von Congressman Leo Ryan an. Viele der zusammengetragenen Dokumente wurden als geheim eingestuft (Klassifizierung: »Remained inaccessible for the intervening decades to scholars, individuals who lost family members at Jonestown, and the general public.«). Eine Gruppe von Wissenschaftlern ersuchte das Repräsentantenhaus um die Freigabe der Dokumente. Anlässlich des zwanzigsten Todestages von Ryan hielten die Gelehrten am 18. November 1998 in Washington eine Pressekonferenz ab, auf der Dr. Gordon Melton vom Institute for the Study of American Religion sagte: »Zwanzig Jahre danach scheint es keine zwingenden Gründe der nationalen Sicherheit oder nationaler Interessen zu geben, die Dokumente länger geheim zu halten ... Es ist unsere Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist, diese Dokumente freizugeben, sodass eine gründlichere Beurteilung dessen, was wirklich in Jonestown passiert ist, erreicht werden kann. Unser Verständnis der Jonestown-Todesfälle wird immer noch behindert durch die fehlende Verfügbarkeit zahlreicher Schlüsseldokumente, welche die Situation in Jonestown kurz vor und während des Besuches von Congressman Ryan, die Beziehung des Außenministeriums zur Jonestown-Gemeinde und die geistige Verfassung des Führers des ›Tempels des Volkes‹, Reverend Jim Jones, erhellen würde.«

Einige Personen glauben, dass der »Tempels des Volkes« ein experimentelles Labor war, das vom und für den CIA unterhalten wurde, um Techniken der Gedankenkontrolle zu perfektionieren. Bis heute gibt es keine überzeugen-den Beweise für derartige Spekulationen.

Teilweise © Copyright by B.A. Robinson © 1995 to 2000 inclusive by the Ontario Consultants on Religious Tolerance. Für den kompletten englischen Text klicken Sie hier.

14.08.2008

Der Mann, der nichts vergessen konnte im Buchhandel

Ralf Isaus neuer »Erwachsenenroman« heißt Der Mann, der nichts vergessen konnte. Wieder verarbeitet der Autor verschiedene Themen zu einem faszinierenden Phantagon: Savants (»Inselbegabte«), Geheimdienste, Geschichte, Verschlüsselungen und Geheimschriften, Cyberterrorismus und ein drohender Finanzcrash sind nur einige der Zutaten für einen hoch explosiven Thriller-Cocktail mit literarischem Anspruch. Der Roman ist ab sofort im Handel erhältlich.

Im September wird mit Metropoly ein weiterer phantastischer Roman aus der Reihe Der Zirkel der Phantanauten erscheinen.

14.06.2008

Japanische Erstausgabe

Rabe BraxRalf Isau erweist seiner japanischen Leserschaft die Reverenz, indem er mit seinem Kinderbuch Lachen machen zum ersten Mal eines seiner Werke nur in Japanisch herausgibt. Es ist eine Bildergeschichte zum Vorlesen und Mitsprechen. Sie handelt von dem jungen Raben Brax, der das Lachen erlernen will. Dazu reist er um die ganze Welt und fragt viele Tiere: »Kannst du mich lachen machen?«. Nach seiner Rückkehr in die Heimat sagt Brax seiner Mutter, was er auf der Reise gelernt hat: »Ob nun einer krächzt, kräht, grinst, trompetet, lächelt, gluckst, gickelt, gackert, kikeriki! macht oder schallend lacht, finde ich gar nicht so wichtig. Hauptsache, er ist wie er ist und wird dabei glücklich und froh.«

14.06.2008

Beschreibungen zu neuen Romanen

In der Rubrik »Werke« finden sich ab sofort ausführliche Informationen zu den neuen Romanprojekten Metropoly und Der Mann, der nichts vergessen konnte. Letzterer ist der im August 2008 bei Piper erscheinende neue »Erwachsenenroman« von Ralf Isau. Mit Metropoly wird die neue Reihe »Der Zirkel der Phantanauten« auf ein zweites Standbein gestellt.

19.05.2008

Das Universum des Ralf Isau - Einführung in ein phantastisches Weltmodell

Unter dem Titel »Das Universum des Ralf Isau - Einführung in ein phantastisches Weltmodell« beschreibt Ralf Isau erstmals ausführlich den Aufbau und die Dynamik seines phantastischen Univerums. Den Anlass hierzu gab die japanische Veröffentlichung Das Universum von Ralf Isau von Shinichi M. Sakayori (siehe unten). Auf der neuen Seite wird nicht nur die Frage geklärt, warum immer wieder Figuren oder Ereignisse aus einer von Isaus Geschichten in einer anderen auftauchen, sondern darüber hinaus auch sein »Phantastisches Weltmodell« und der von ihm geprägte Begriff des »Phantaversums« erklärt. Eine Grafik von Asaki Honda, die einige der wichtigsten Querverbindungen zwischen den Werken von Ralf Isau visualisiert, rundet die Seite ab.

30.04.2008

Japanisches Lesebuch »Das Universum von Ralf Isau«

Das Universum von Ralf Isau

Wegen der vielen Bilder selbst nur zum Angucken schön: Das Universum von Ralf Isau.

Der japanische Germanist Shinichi Sakayori veröffentlicht Das Universum von Ralf Isau (japanisch: Ralf Isau no uchu). Als Übersetzer sämtlicher bisher in Japan erschienen Romane und Kurzgeschichten des deutschen Autors gilt Sakayori über die Grenzen seiner Heimat hinaus als der Isau-Kenner schlechthin. In seinem bei Nagasaki Publishing herausgegebenen Lesebuch stellt er die Person hinter den im Land des Lächelns ausgesprochen populären Phantastikromanen des gebürtigen Berliners vor. Neben dessen Kurzbiografie finden sich darin verschiedene Interviews, Abhandlungen über sein literarisches Schaffen, Hintergrundinformationen zu seinen bisher in Japan veröffentlichten Romanen, drei von Ralf Isau verfasste Essays und zwei seiner Kurzgeschichten sowie ein von ihm im Tokioter Goethe-Institut gehaltener Vortrag, ein Übersichtsplan zu den Querverbindungen seiner einzelnen Werke, diverse Fotos von frühester Kindheit bis heute, Abbildungen der bisher in Deutsch und Japanisch veröffentlichten Erstausgaben und vieles mehr. Miho Satake, die schon die japanische Erstausgabe der Neschan Saga illustiert hat, belebt auch das Ralf-Isau-Lesebuch wieder mit ihren fantasievollen Zeichnungen.

272 Seiten, gebundene Ausgabe, ¥ 2100,00 (amazon.co.jp), ISBN 9784860952235

08.04.2008

Stiftung Lesen

Zum Welttag des Buches 2008: Verschenkbuch in Rekordauflage

Ich schenk dir eine Geschichte 2008

Der Titel des Buches soll sich millionenfach erfüllen: Ich schenk dir eine Geschichte.

Zum 23. April 2008, dem diesjährigen Welttag des Buches, erscheint einmal mehr eine Kurzgeschichtensammlung der Reihe Ich schenk dir eine Geschichte. Das Buch wird von der Stiftung Lesen, dem cbj-Verlag, der Deutschen Bahn AG, der Deutschen Post AG und dem ZDF herausgeben und erscheint in der unglaublichen Rekordauflage von 1,1 Millionen Exemplaren. Im Jahr 2008 geht es um Reisen in fantastische Welten. Weil das Projekt der Leseförderung dient, haben die Autoren auf ihre Honorare verzichtet. Die Anthologie enthält acht Beiträge von so bekannten deutschen Schriftstellern wie Wolfgang Hohlbein (hier im Gespann mit Dieter Winkler), Peter Freund, Nina Blazon und auch von Ralf Isau. Letzterer hat seine ursprünglich im Jahr 2000 bei Thienemann in gekürzter Form erschienene Erzählung »Der König der Bäume« eigens für das Welttagsbuch überarbeitet. Damit erscheint das Märchen erstmals in ungekürzter Form und für das Lesealter ab zehn Jahren. Um eine breite Leserschaft anzusprechen haben die Stiftung Lesen und die Landesverbände des Börsenvereins eine »Buch-Gutschein-Aktion« geplant. Insgesamt 740.000 Schülerinnen und Schüler - mehr als doppelt so viele wie im letzten Jahr - können die Geschichtensammlung kostenlos erhalten (weitere Infos zur Aktion Buch-Gutschein finden Sie hier).

Ralf Isaus Geschichte »Der König der Bäume« handelt von dem Jungen Florian, der von zu Hause wegläuft und sich im Reich Merleanders, des Königs im ältesten Wald der Welt, verirrt. Weil die Menschen Merleanders Volk mit ihren Äxten und Sägen bekämpfen, haben die Bäume sich zu wehren begonnen. Sie binden Florian mit ihren Wurzeln und er muss ihnen im Traum beweisen, dass er ihr Freund ist. Im Falle des Scheiterns müsste er in seinen Fesseln verhungern. Doch wenn er das Herz am rechten Fleck hat und die Probe besteht, dann kann er das Reich Merleanders und die Welt der Menschen wieder miteinander versöhnen.

Ausführliche Informationen zum Welttag des Buches finden Sie im Internet auf der Website des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels unter der Adresse http://www.boersenverein.de/de/135793/.

27.03.2008

Die Dunklen in Holländisch

Mit dem niederländischen Verlag Wereldbibliotheek wurde ein Lizenzabkommen zur Übersetzung des Romans Die Dunklen in die holländische Sprache abgeschlossen. Damit können die Romane von Ralf Isau dann in 15 verschiedenen Sprachen gelesen werden. Weitere Informationen zu Übersetzungen entnehmen Sie bitte der Seite des jeweiligen Werkes (zum Überblick der Werke gelangen Sie hier).

04.03.2008

Die Dunklen - Klavierimprovisation

Nico Schmitt, Student an der Hochschule für Musik »Franz Liszt«, hat eine Klavierimprovisation zum Roman Die Dunklen aufgenommen. Das gut zweieinhalbminütige Stück spiegelt sehr schön das Spannungsfeld zwischen Bedrohung und Hoffnung wieder, in dem sich Sarah d'Albis, die Protagonistin des Romans, befindet. Zu der Aufnahme kam es durch einen Kontakt, der sich zwischen Ralf Isau und Professor André Schmidt von der Musikhochschule im Laufe der Recherchen an dem Roman ergeben hat. Am 15. Oktober saß Ralf Isau mit Nico Schmitt in dem von Liszt mitbegründeten Institut und las ihm einen Teil aus dem Roman vor. Der begabte junge Pianist spielte dazu aus dem Stehgreif eine Klavierimprovisation. Isau war hingerissen. Im März 2008 nahm Schmitt die auf dieser Website zu hörende Improvisation auf (zum Anhören klicken Sie hier).

15.02.2008

Bäume leben länger - Auflagenstärkstes Werk von Ralf Isau

Das große, dicke Vorlesebuch

Sammelband: Das große, dicke Vorlesebuch (Thienemann 2008)

Ralf Isaus Kurzgeschichte »Der König der Bäume« ist, man mag es kaum glauben, mit einer Gesamtauflage von über 1,1 Millionen sein am häufigsten verbreitetstes Werk. In einer eigens für Leser ab 5 vereinfachten und verkürzten Fassung kam das Märchen erstmals im Jahr 2000 in der Anthologie Das große Vorlesebuch (Thienemann) in den Buchhandel. In dem am 15. Februar 2008 abermals bei Thienemann erschienenen Großen, dicken Vorlesebuch werden nicht weniger als 67 bereits früher veröffentlichte Vorlesegeschichten in einem großen Sammelband zusammengefasst. Michael Ende, Ottfried Preußler, Max Kruse und viele andere bekannte AutorInnen nehmen an diesem bunt illustrierten Erzählreigen teil. Auch »Der König der Bäume« von Ralf Isau kommt hier zu einem neuerlichen Auftritt. Doch damit nicht genug. Aus Anlass des Welttages des Buches, am 23. April 2008, wird die Geschichte abermals - erstmals in ungekürzter Fassung - auf den Verkaufstischen zu finden sein (weitere Infos dazu siehe 08.04.2008).

29.01.2008

Verpasste Chance - arte-Dokumentation über das »Jonestown-Massaker« und Der Silberne Sinn

Der Kultursender arte hat am 29. Januar 2008i eine Dokumentation des Filmemachers Stanley Nelson zum Thema »Jonestown - Todeswahn einer Sekte« ausgestrahlt. In dem knapp anderthalbstündigen Bericht geht um das sogenannte »Jonestown-Massaker« vom 18. November 1978. Ralf-Isau-Stammleser erinnern sich: Von diesem historischen Ereignis ausgehend entwickelt sich die Handlung des Romans Der Silberne Sinn. In der Ankündigung zur arte-Reportage wird »die wahre Geschichte« der Vorfälle versprochen.

Mit dem suggestiven Begriff »Todeswahn« wird das Denken des Zuschauers von vornherein eine ganz bestimmte Richtung gelenkt. Offenbar erscheint es Programmverantwortlichen bei arte sehr wichtig zu sein, aus »Jonestown« einen Präzedenzfall für die religiöse Verblendung von Sektenmitgliedern zu machen. Interessanterweise lautet der englische Originaltitel des Dokumentarfilms »Jonestown: The Life and Death of Peoples Temple«, was eine sehr viel neutralere Herangehensweise an die brisante Thematik verrät.

Der Film dokumentiert akribisch die persönliche Lebensgeschichte von Jim Jones, des Führers der religiösen Gruppierung, die sich Peoples Temple nannte. Mit Jones Vita untrennbar verbunden ist der Aufstieg und das jähe Ende seiner »Kirche« durch den Tod von etwa 900ii ihrer Mitglieder im Dschungel von Guyana. Ehemalige Mitglieder der Gruppierung schildern Jones in den Interviews als einen egomanischen, zuletzt wohl sogar psychopathischen Charakter, der seine sexuellen Triebe an den ihm hörigen Sektenmitgliedern beiderlei Geschlechts auslebte, falsche Wunderheilungen inszenierte und seinen Einfluss bis in höchste politische Kreise geltend machte. Zur Chronologie des 18.11.1978 gehört auch die Ermordung des Kongressabgeordneten Leo J. Ryan sowie einiger weiterer Mitglieder seiner Delegation auf einem Flugfeld nahe der Dschungelsiedlung des »Volkstempels«. Wenige Stunden später dann das Ereignis, das, so der Sprecher des Films, als größter Massenselbstmordii von Sektenmitgliedern in die Geschichte eingegangen sei. Hier endet der Bericht.

Auf die Ergebnisse der Leichenschau durch den guyanesisches Gerichtsmedizineriii Leslie Mootoo wird nicht eingegangen. Berichten zufolge soll er an mindestens 137 Leichen in Jownstown oberflächliche Untersuchungen durchgeführt haben. Mindestens 70 Tote »zeigten Zeichen einer Injektion«. Die Einstiche befanden sich an Stellen ihres Körpers, die sie selbst nicht hätten erreichen können, etwa zwischen den Schulterblättern. Viele andere Opfer seien zudem erschossen worden. Mootoo rechnet hoch, dass in Jonestown etwa 700 Menschen ermordet worden seien. Charles Huff, einer von sieben Green Berets, die zu den ersten amerikanischen Einheiten am Ort des Geschehens gehört haben sollen, stellte fest: »Wir sahen viele Wunden von Projektilen und von Armbrustbolzen.« Aus der Lage der Toten könne man schließen, dass sie noch in den Dschungel hatten fliehen wollen.

Wenn diese Aussagen auf Tatsachen beruhen, dann wäre nicht die Mehrzahl der Todesopfer durch Suizid ums Leben kommen. Seriöser Journalismus verlangt natürlich, solche Berichte kritisch zu hinterfragen - das verlangt schon der Respekt gegenüber den Hinterbliebenen. Möglicherweise wurden die Informationen über massive Fremdeinwirkung beim Tod der »Kirchen«mitglieder ja nur von Verschwörungstheoretikern lanciert. Auffallend ist jedoch, dass arte in seiner Dokumentation mit keinem auch noch so kleinen Kommentar auf diese Stimmen eingeht. Warum nicht?

Für Ralf Isau war der Roman Der Silberne Sinn auch durch die Entwicklungen nach dem »Jonestown-Massaker« motiviert. Dieses hatte nach 1978 eine regelrechte Sektenhysterie ausgelöst. Wer nicht den Großkirchen angehörte, geriet leicht unter Generalverdacht. Der Deutsche Bundestag berief später sogar eine Enquete-Kommission »Sekten und Psychogruppen« ein, um deren Gefährlichkeit zu untersuchen. Die Kommission schrieb 1998 in ihren Abschlussbericht, dass von »neuen religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften« keine Gefahren für den Staat oder die Gesellschaft ausgehe. Auch solle die Religionsfreiheit nach Artikel 4 GG sowie Artikel 140 GG nach Ansicht der Mehrheit der Kommission nicht angetastet werden. Die Mitglieder empfahlen sogar, den stigmatisierenden Begriff Sekte nicht mehr wie bisher auf die o.g. Gemeinschaften anzuwenden.

Die Ergebnisse der akribischen Arbeit der Enquete-Kommission sollten jeden Medienschaffenden zu einem sensiblen Umgang mit dem Thema anregen. Möglicherweise haben Stanley Nelson und der Fernsehsender arte in dieser Hinsicht eine Chance leichtfertig vergeben. Mit der Dokumentation jedenfalls wurde - wenn überhaupt - wenig gegen die Dämonisierung jener getan, deren Glaubensleben von dem der Großkirchen abweicht. Damit sollen die Vorgänge in Verbindung mit dem Peoples Temple in keiner Weise verharmlost werden. Mancher Fernsehzuschauer mag nur einen unangenehmen Beigeschmack empfinden, wenn ihm von vornherein nur eine einzige Sicht auf ein Ereignis wie das »Jonestown-Massaker« angeboten wird, andere Interpretationen also konsequent ausgeblendet werden. Auf die Frage ob das »Jonestown-Massaker« Selbstmord oder Mord gewesen sei, antwortet Nelson: »Man kann unmöglich sagen, was an diesem Tag genau geschah. Aber es ist eindeutig, dass die Kinder - ungefähr 250 Personen unter 18 Jahren - ermordet wurden.«iv Einige der Interviewten äußern sich im Filmbericht noch deutlicher. Sie sagen, es sei Mord gewesen. Ungeachtet der genannten Lücken ist der Bericht für Leser des Romans allemal von Interesse.


i Sendetermine: 29.1.08 (21 Uhr), 7.2.08 (1.15 Uhr), 14.2.08 (3 Uhr)
ii Bei der Belagerung der Festung Masada (Massada, Mezada) durch die Römer begingen im Jahre 73 n. Chr. 960 jüdische Zeloten Suizid (Quelle: uni-essen.de). Laut offizieller Darstellung der Ereignisse in Jonestown fanden 909 Mitglieder des Peoples Temple durch Gift den Tod. Revered Jim Jones (47) und die Krankenschwester Annie Moore (24) starben durch Schussverletzungen. 80 Personen (Quelle: Retrospect; nach Catherine Wessinger 85) überlebten. Spätere Berichte wie die arte-Dokumentation nennen davon abweichende Zahlen.
iii forensic pathologist; andere Quellen bezeichnen Leslie Mootoo als »Untersuchungsrichter«.
iv Beschreibung der Dokumentation auf arte.tv (klicken Sie hier).

20.01.2008

2008 - so viele Neuerscheinungen wie noch nie

Persönliches Rekordergebnis - so wird Ralf Isau wohl am Ende des Jahres 2008 resümieren können. Mindesten sieben neue Titel von ihm oder mit Beiträgen von ihm sind geplant. Am 15. Januar hat das Novitätenfeuerwerk mit dem bei Thienemann erschienenen Roman Minik - An den Quellen der Nacht bereits begonnen.

Für den Herbst sind im gleichen Verlag zwei weitere Romane zur Eröffnung der neuen »Phantanauten«-Reihe geplant. Diese Bücher werden ca. 200 Seiten umfassen, legen also die Latte für Leseneulinge niedrig. Trotzdem sind es echte Isaus. Der »Zirkel der Phantanauten« wird Bewährtes mit Neuem kombinieren, eben echte Phantagone präsentieren. Der Leser darf den Hauch der Geschichte schnuppern, berühmte Literaten kennen lernen und natürlich fantastische Welten bereisen. Wer eine Schublade braucht, um die Romane einzuordnen, darf die mit »Phantastischer Literatur« beschriften. Jeder Phantanauten-Roman ist in sich abgeschlossen. Man darf, braucht aber nicht mit dem ersten Band beginnen.

Ebenfalls im Herbst ist bei Piper ein neuer »Erwachsenenroman« von Ralf Isau geplant. Der voraussichtliche Titel: Der Mann, der nichts vergessen konnte. Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es darüber hinaus das Märchen Der König der Bäume. Es erscheint anlässlich des Welttages des Buches (23.4.2008) in der von der Stifung Lesen herausgegebenen Anthologie Ich schenk dir eine Geschichte. Mit einer Startauflage von 1,1 Millionen will die in diesem Jahr unter dem Motto »Reisen in fantastische Welten« stehende Geschichtensammlung Appetit aufs Lesen machen. In vielen Buchhandlungen ist sie kostenlos erhältlich.

Leider für die meisten deutschen Leser schwer verständlich sind zwei Titel, die in Japan ihre Weltpremiere feiern werden. Lachen machen ist ein Märchen, das als Bilderbuch im Nagasaki-Verlag herauskommen wird. Im selben Haus erscheint darüber hinaus ein Ralf-Isau-Lesebuch mit zahlreichen Beiträgen und Fotos über den Autor. Das von Shinichi Sakayori herausgegebene Sachbuch enthält auch einige Essays von Ralf Isau.

14.01.2008

Abstecher von der Phantastischen Literatur

Mit Minik - An den Quellen der Nacht schlägt Ralf Isau ein neues, spannendes Kapitel seines schriftstellerischen Schaffens auf. Nie war er der Wirklichkeit so nahe, bleibt aber trotzdem fantasievoll wie eh und je. Sein Minik erzählt die wahre Lebensgeschichte eines jungen Polareskimos, der aus seiner Heimat »an den Quellen der Nacht«, dem Nordwesten Grönlands, in die pulsierende Metropole New York gebracht wird. Dabei muss er erleben, dass die Wissenschaft an der Schwelle des 20. Jahrhunderts Menschen in primitive und hoch entwickelte Individuen unterteilt. Mit der Rolle des »lebenden Fossils« will sich Minik jedoch nicht abfinden. Er sucht nach seinem Platz in der Welt, nach einer Freiheit, die er jenseits des Polarlichts wähnt. Ralf Isau antwortete in einem Interview für das Literaturmagazin Bücher auf die Frage, warum er diesmal kein Phantagon geschrieben habe: »Für mich war Minik gar keine so andere Geschichte als bei meinem ersten Roman Die Träume des Jonathan Jabbok. Auch damals ging es um einen Grenzgänger. Nur dass sich Minik nicht zwischen Neschan und der Erde, sondern zwischen Grönland und dem New York Ende des 19. Jahrhunderts bewegt. Für ihn sind die Dinge in New York so fantastisch, als würden wir in eine Fantasy-Welt eintreten.« Der bei Thienemann erschienene Roman kommt im Januar 2008 in die Buchläden.



Letzte Änderung: 1.1.2014
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