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Pressestimmen zum Roman

Web-Plakat zum Roman »Die Masken des Morpheus«
Web-Plakat zum Roman »Die Masken des Morpheus« (März 2013)

Die Masken des Morpheus

Phantastik und Geschichte – passt denn das zusammen?

Die Masken des Morpheus – der ursprüngliche Projektname lautete »Die Seelendiebe« – ist nicht mein erster phantastischer Roman, der in einem historischen Bühnenbild spielt, doch er verbindet Geschichte und Phantastik wohl so stark wie noch keines meiner Werke zuvor. Meiner Ansicht nach gedeiht das Genre der Phantastischen Literatur ausgezeichnet auf dem Boden geschichtlicher Ereignisse, weil viele Leser das eine wie das andere aufregend und exotisch finden. Für mich ist die Zeit der Französischen Revolution (1789-1799) als Hintergrund für spannende Geschichten besonders reizvoll. Damals wurden Nägel in die Welt geschlagen, an denen wir noch heute hängen. Es ist die Epoche der globalen politischen Umwälzungen, des »Terrors der Tugend« sowie der bahnbrechenden wissenschaftlichen Entdeckungen und Erfindungen (siehe Infobox). Es ist ein Zeitalter, in dem sich der Aberglaube des Mittelalters und die neuen Ideen der Aufklärung auf bisweilen bizarre Weise miteinander vermischen. Schon in meinem Roman Der Feuerkristall habe ich zusammen mit meinen beiden Helden Jacob und Wilhelm Grimm in diesen bewegten Abschnitt der Geschichte hineingeschnuppert. Dabei bin ich auf den Geschmack gekommen und habe nach der Vorspeise mit den Masken des Morpheus nun den Hauptgang serviert.

Die Masken des Morpheus (cbj-Entwurf August 2012)
Vorläufiger Entwurf für den Umschlag (August 2012)

Inhalt

London und Paris, 1793. Die meisten halten Arian Pratt für den leiblichen Sohn des berühmten Londoner Zirkusdirektors Philip Astley. Nur wenige wissen, dass der Siebzehnjährige als Waisenkind von einem Puppenspieler aufgezogen wurde. Vor der Westminster Abbey stößt Arian, scheinbar zufällig, mit einem alten Mann zusammen, der von zwei zwielichtigen Gestalten gejagt wird. Im nächsten Moment befindet sich der junge Puppenspieler und Artist im Körper des Fremden wieder. Von Stund an reicht eine kurze Berührung mit bloßer Haut, um mit anderen Menschen und Tieren den Körper zu tauschen. Das passiert, ob er es will oder nicht. Für ihn ist es ein Fluch. Er ist zum Swapper geworden.

Arian will um jeden Preis seinen jungen, gesunden Artistenkörper zurückhaben und dies umso mehr, da ihn nun eine Bande von Gaunern umbringen will. Die Mordbuben müssen ihn ja für den Alten halten, der sich mit seinem Körper aus dem Staub gemacht hat.

Bei der Suche nach dem Körperdieb durchstreift Arian die dunklen, nebeligen Viertel Londons. Dabei trifft er Mira du Lys, eine andere Swapperin, die sich ihm anschließt. Sie erzählt ihm von Morpheus, dem wohl ersten und mächtigsten Körpertauscher, der je geboren wurde. Er nutzt in Frankreich die Wirren der Revolution, um mit seinen Gefolgsleuten die Schlüsselpositionen der Macht zu besetzen, indem sie einflussreichen Männern und Frauen die Körper stehlen. Schon mancher gute Fürst, erklärt Mira, sei zu einem üblen Herrscher geworden, weil in ihm ein Swapper steckte. Arian fühlt sich ohnedies schon seelenlos. Wiederholt gleitet er in fremde Körper – meist ohne böse Absicht. Wird er jemals wieder er selbst sein? Mira dämpft seine diesbezüglichen Erwartungen. Jeder neue Swap werde Arian verändern und das nicht unbedingt zum Besseren, warnt sie ihn.

Gemeinsam überqueren sie den Ärmelkanal, weil der Seelendieb sich nach Frankreich abgesetzt hat. Auf den Schlachtfeldern dort ist das Leben keinen Pfifferling mehr wert und in den Städten sterben täglich Menschen unter dem Fallbeil. Sich gegen Krieg, Terror und – so scheint es – magische Künste zu behaupten, macht ihre Suche zu einem gefährlichen und fast aussichtslosen Unterfangen. Trotzdem will Arian nicht aufgeben. Was bleibt ihm auch anderes übrig?

Bald gesellt sich den beiden ein dritter Gefährte zu, ein junger Draufgänger und Vagabund, so scheint es, der sich Tarin nennt. Kein Familienname. Nur Tarin. Warum will er über seine Herkunft nicht sprechen? Fest steht, dass er nicht nur meisterlich mit dem Schwert umgehen kann, er sieht auch noch unverschämt gut aus. Und sein Interesse an der schönen Mira ist unübersehbar. Arian spürt, wie sich Eifersucht in ihm regt. Darf er sich überhaupt in die ebenso bezaubernde wie geheimnisvolle Rothaarige verlieben? Kann er ihr trauen oder verfolgt sie ihre eigenen Ziele? Ist sie gar eine Spionin von Morpheus, die ihn nur ausnutzt?

Die abenteuerliche Parforcejagd durch ein Europa, das einem Pulverfass mit brennender Lunte gleicht, führt die Gefährten schließlich nach Paris. In Frankreichs Metropole stehen die Guillotinen keinen Tag still, durch die Straßen fließen Ströme von Blut. Hier ist die Höhle des Löwen, das Revier ihres so mächtigen und wandlungsfähigen Gegners. Hier hat er die meisten Unterstützer. Er verführt seine Swapper mit der Aussicht auf ewige Erneuerung durch nie endende Körperwechsel. Nur, wenn Arian die vielen Masken des Morpheus durchschaut, kann er ihn bezwingen.

Info 

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Gratwanderung zwischen Phantasie und Fakten

Immer wenn ich über wahre Ereignisse und Personen schreibe, begebe ich mich auf eine Gratwanderung. Man will Geschichte ja nicht verfälschen. Andererseits ist es manchmal durchaus nützlich, Vorkommnisse in einen anderen Zusammenhang zu stellen. Dadurch nehmen wir sie – wieder? – bewusster wahr. Die Geschehnisse springen uns aus dem Einerlei von Daten und kalten Fakten ins Gesicht und wir denken: »Meine Güte! Ist denn das wirklich so gewesen?« Die Masken des Morpheus ist zuallererst ein Roman, also eine Fiktion. Die Handlung und die persönlichen Schlüsse, die meine Figuren aus dem Beobachteten ziehen, sind frei erfunden. Bei der Schilderung der historischen Ereignisse habe ich mich gleichwohl so eng wie möglich an die Tatsachen gehalten. Viele Personen des Buches haben Ende des 18. Jahrhunderts wirklich gelebt, sogar manche kleine Randfigur ist historisch. Ein schönes Beispiel ist die Wachsbildnerin Madame Grosholtz, die nach der Revolution nach England gehen und in London das Wachfigurenkabinett Madame Tussauds eröffnen wird. Auch der Henker von Paris, der eigentlich Arzt hatte werden wollen, hat tatsächlich gelebt. Für jene, die es genau wissen möchten, hier eine Liste aller im Roman erwähnten historischen Personen (die Links führen zu en­zy­klo­pä­di­schen Artikeln, meist aus der Wikipedia):

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Letzte Änderung: 1.1.2014
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