Zurück zum Kopf der Seite
Zurück zum Roman »Die Galerie der Lügen«

»Dem Geheimnis des Lebens nahe« - eine Filmbesprechung

Steckbrief

Vollständiger Titel:

Dem Geheimnis des Lebens nahe : Die wissenschaftliche Begründung für »Intelligent Design«

Engl. Originaltitel:

»Unlocking the Mystery of Life«

Jahr

2002 (engl.), 2006 (deutsch)

Format

Dokumentation

Produktion:

Illustra Media

Deutsche Bearbeitung und Vertrieb:

Drei Linden Film, Fritz Poppenberg, Berlin

Laufzeit:

58 min.

Farbe:

Ja

Bildtr�ger:

DVD und VHS

Bezugsquelle:

Bestellung@dreilindenfilm.de

Website:

http://www.dreilindenfilm.de/

 

Cover zum Film »Der Fall des Affenmenschen«
Cover der DVD-Version von 2006

Inhalt

Dem Geheimnis des Lebens nahe - der Titel des Dokumentarfilmes verrät bereits seinen Ansatz. Er vermeidet bewusst religiöse Argumente zur Erklärung des Ursprungs der uns bekannten Lebensformen - für Menschen, die an einen Schöpfer des sichtbaren Universums glauben, steht die Ursache des Lebens ja ohnehin fest, ist also kein Geheimnis mehr. Vielmehr verfolgt der Film einen wissenschaftlichen Ansatz, denn für das Gros der Naturwissenschaftler ist die Entstehung des Lebens nach wie vor ein Rätsel. Es sind die plausiblen Beispiele, begleitet von anschaulichen Computeranimationen, die den Film zu einem überzeugenden Diskussionsbeitrag für das Konzept des Intelligent Design machen. Er ist ein überzeugendes Dokument dafür, dass die Intelligent Design Theorie mehr als verkappter Kreationismus ist. Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen liefern darin einleuchtende Argumente für eine intelligente Ursache des Lebens.

Dem Zuschauer wird die enorme Komplexität biologischer »Maschinen«, welche durch schrittweise Evolution nicht erklärbar sind, bewusst gemacht. Es wird erklärt, warum die Selektion - einer der Hauptmechanismen der Evolution - zur Erklärung der Entstehung von Leben aus unbelebter Materie ungeeignet ist. Naturalistische Erklärungsansätze arbeiten mit den physikalischen Variablen Energie und Materie, doch um die Formel des Lebens zu lösen, darf die Information als drittes Element nicht vernachlässigt werden. Der Film macht deutlich, dass die DNA ist ein hoch verdichteter Informationsspeicher ist. Die darin codierten Eiweismoleküle sind für den Großteil der Lebensfunktionen im Organismus verantwortlich. Sie sind das Ergebnis eines biochemischen Prozesses, der die Konstruktionsinformationen wie von einer Blaupause ausliest und anschließend noch mehrere Produktionsschritte durchläuft. Bisher gibt es keine befriedigende Erklärung für die Entstehung und Codierung von Information durch ungerichtete, zufällig wirkende Naturkräfte. An dieser Stelle die Intelligenz als wesentlichen Faktor anzuführen, ist alles andere als abwegig - auch Computerprogramme werden durch Einsatz von Intelligenz codiert. Aber lässt sich am biologischen Objekt überhaupt noch feststellen, ob dieses durch ungerichtete Naturkräfte oder durch den Einfluss von Intelligenz entstanden ist? Der Film stellt eine erstaunliche Theorie vor, wie Wissenschaftsphilosophen diese Frage durch nachvollziehbare Kriterien zu beantworten suchen. Gewöhnlich lässt uns nämlich hohe Unwahrscheinlichkeit, gepaart mit Spezifikation auf Intelligenz schließen. Niemand würde ernsthaft auf die Idee kommen, die vier riesigen Präsidentenköpfe am Mount Rushmore dem Wirken von Erosion oder anderen Naturkräften zuzuschreiben, weil einerseits die Wahrscheinlichkeit für eine zufällige Entstehung der Gesichter zu gering ist und andererseits die Spezifikation - die Konterfeis von Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt stellen ein definiertes, anhand von Fotografien referenzierbares Muster dar - von uns als eindeutiges Indiz für Intelligenz gewertet wird.

Sinnvollerweise stellt der Film deshalb die Frage, ob die verbreitete, rein naturalistische Definition von Wissenschaft eigentlich dem Anspruch von Wissenschaft gerecht werden kann. Sollten Wissenschaftler nicht eher der Wahrheit verpflichtet sein als einem philosophischen Paradigma? Dürfen bestimmte Argumente von vornherein als unwissenschaftlich ausgeschlossen werden, obwohl sie die beobachteten Phänomene besser erklären? Abschließend zeigt der Film, dass die Erforschung des Lebens durch Einbeziehung der Größe »Intelligenz« nicht zwangsläufig zu einem unwissenschaftlichen Unterfangen wird.

Kommentar zum Film

Dem Geheimnis des Lebens nahe ist für mich ein erfrischend unbequemes Filmdokument, weil die üblichen Floskeln darwinistischer Platzhirsche zur Revierverteidigung nicht taugen. Wer den Film gesehen hat, wird sich nicht länger mit lapidaren, antikreationistischen Floskeln abspeisen lassen, weil er zwischen dem fundamentalistischen Kreationismus und der wissenschaftlichen Intelligent Design Theorie zu unterscheiden gelernt hat. Wenn der Zuschauer den Film als Einladung zum unvoreingenommenen Mitdenken begreift, dann mag er eine Überraschung erleben: Der Film könnte ihm die Augen öffnen. Und das kann, wie ich finde, niemals schaden.



Letzte Änderung: 1.1.2014
Kontakt: E-Mails an Ralf Isau
Webimpressum
© Copyright by Ralf Isau 2000 - 2014