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Der Leuchtturm in der Wüste hat einen Helden, der wunschlos unglücklich ist. Jedenfalls glaubt Felix Corvus das. Er ist es gewohnt, von seinen Eltern jeden Wunsch von den Augen abgelesen zu bekommen. Sie sind beide beruflich sehr eingespannt und trösten ihn über das Alleinsein mit Geschenken hinweg. Als Felix von seiner Mutter gefragt wird, was er sich zur Versetzung in die nächste Klasse wünscht, fällt ihm nichts ein. Er gerät in Panik. Das hat es noch nie gegeben. Die Eltern sind ratlos, ja, zutiefst besorgt. Sie schleppen ihren Sohn zu Ärzten, aber auch die können die »Wunschverstopfung« von Felix nicht heilen. Felix' Vater schlägt eine Reise zu den Pyramiden vor. Tatsächlich bemerkt Felix bei sich die Neigung, einmal auf einem weißen Kamel zu reiten. Er könnte so wie der berühmte Schauspieler Marco DiFalsico die Wüste durchqueren, wenigstens ein Stück. Felix gewinnt Hoffnung.
Der Ausflug in die Wüste verläuft etwas anders als geplant. Ein unheimlicher Sandsturm zwingt die Minikarawane zur Rast. Als sich die Sandschleier verflüchtigen, ist Felix allein. Sowohl seine Eltern als auch der Führer sind verschwunden - als hätten sie sich in jene kleinen Sandhaufen verwandelt, die Felix verschüchtert anstarrt. Zu Fuß macht er sich auf den Rückweg, ohne wirklich zu wissen, wohin er sich wenden soll.
Bald wird die Hitze unerträglich. Felix droht zu verdursten. Er sehnt sich nach Rettung. Plötzlich taucht aus der sandgeschwängerten Luft eine Gestalt auf. Zuerst glaubt Felix an einen Touristen mit Badelaken, aber die Figur bleibt reglos. Im Näherkommen sieht Felix sie zu ungeahnter Höhe emporwachsen. Es ist eine Statue. Ein Koloss. Der Koloss von Rhodos, wie sich bald herausstellt.
Der Riesenmann ist bewohnt von einem eher kleinen, ziemlich trägen Gesellen, der sich Xares nennt. Er sieht aus, wie ein alter Grieche aus einem »Sandalenfilm« und behauptet an die zweitausend Jahre alt zu sein. Felix glaubt ihm nicht. Als er dem Alten vom Sandsturm, dem Herumirren und von seinem Wunsch nach Rettung erzählt, wird Xares sehr ernst. »Hüte dich vor deinen Wünschen! Sie könnten sich erfüllen«, warnt er den Jungen. Die Worte des kauzigen Xares klingen für Felix wie ein Rätsel. Seit Jahrhunderten sei er ein Gefangener der steinalten Thula, erzählt der Leuchtturmwärter. Und jetzt hat sich die Vielgesichtige auch noch einen Jungen geschnappt. Sie kann tausend Gestalten annehmen, um ihre Opfer zum Wünschen zu verleiten. Zwar muss sie die Wünsche erfüllen, aber das tut sie grundsätzlich anders, als man es erwartet. Am Ende gewinnt immer sie, weil sie sich an den Wünschen ihrer Opfer mästet, solange noch ein einziger davon in ihnen steckt. Felix solle sich mit dem Gedanken anfreunden, nie mehr von dem Koloss fortzukommen, rät Xares, denn lebendig aus Thulas Fängen zu entkommen, sei praktisch ausgeschlossen. Ob es keine Wünsche gebe, die sich Thulas Macht entziehen, will Felix wissen. »Vielleicht«, antwortet Xares, allerdings habe er zweitausend Jahre vergeblich danach gesucht. Vielleicht könne es ja Felix gelingen, das Geheimnis des besonderen Wunsches zu ergründen ...
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Der Koloss von Rhodos
Der Helios von Rhodos ist allgemein als »Koloss von Rhodos« bekannt. Um die riesige Statue ranken sich zahlreiche Legenden. Vermutlich wurde sie Anfang des 3. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung aus Anlass des glücklichen Ausgangs der Belagerung der Stadt Rhodos durch Demetrios Poliorketes errichtet. Der Bau dauerte zwölf Jahre. Schon nach kurzer Zeit stürzte die 70 Ellen (30 - 35 Meter) hohe Statue bei einem schweren Erdbeben ein. Prof. Dr. Wolfram Hoepfner von der Freien Universität Berlin vertritt die Auffassung, dass der Koloss vom römischen Kaiser Hadrian (76 - 138 u. Z.) wiedererrichtet wurde. Auf diese nicht unbedingt allgemein akzeptierte Meinung habe ich das chronologische Fundament meines Romans errichtet. Weitere Details zum Helios von Rhodos sind unter den folgenden Links zu finden:
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