Web-Plakat zur zur Tetralogie »Der Kreis der Dämmerung« (Januar 2013)
Web-Plakat für die Tetralogie »Der Kreis der Dämmerung« (Januar 2013)

Der Kreis der Dämmerung

Es dämmerte sieben Jahre lang

Der Kreis der Dämmerung ist ein typisches Phantagon von Ralf Isau. Der Roman entstand aus einer Idee, die mir im Jahr 1995 kam. »Was wäre«, fragte ich mich, »wenn du die Geschichte des 20. Jahrhunderts als Bühne für eine phantastische Handlung benutzt?« Damals ahnte ich noch nicht, dass mich dieses Thema sieben Jahre lang beschäftigen würde. So lange dauerte nämlich die Arbeit an der vierbändigen Saga. Ich bin kein professioneller Historiker. Die Hintergrundinformationen zu dem Jahrhundert-Roman musste ich mir daher zunächst erarbeiten. Am Schluss hatte ich um die 200 Quellen geprüft, das heißt, Bücher und Zeitschriften gelesen, Internet-Seiten besucht und mich schriftlich wie auch mündlich mit Zeitzeugen, Historikern und Gedenkstätten- und Museumsmitarbeitern ausgetauscht. 


Der Kreis der Dämmerung, Teil 1
(Thienemann-Erstausgabe von 1999)

»Das Jahrhundertkind« (Band 1) »Der Wahrheitsfinder« (Band 2) »Der weiße Wanderer« (Band 3) »Der unsichtbare Freund« (Band 4)

Der Kreis der Dämmerung
cbj-Taschenbuch­ausgabe von 2013


Der Kreis der Dämmerung
(Thienemann-Sonderausgabe
von 2002)

Der Kreis der Dämmerung, Teil 1 (Taschenbuchausgabe von Bastei Lübbe)
Der Kreis der Dämmerung, Teil 1
(Bastei Lübbe-Taschenbuchausgabe von 2005)

Inhalt

Teil 1

David Camden kommt mit schneeweißen Haaren zur Welt und zwar genau mit dem ersten Glockenschlag des 20. Jahrhunderts. Seine Hebamme verheißt ihm einhundert Lebensjahre. Das Neugeborene sei ein Jahrhundertkind, verrät sie den erstaunten Eltern. Solche Menschen würden nur äußerst selten geboren, immer dann, wenn die Welt in einer großen Gefahr schwebt. Noch weiß David nichts von dem finsteren Lord Belial und dessen zwölfköpfiger Bruderschaft, die sich »Kreis der Dämmerung« nennt. Der geheime Zirkel will die Erdbevölkerung bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in den globalen Selbstmord treiben, um anschließend ein neues, reines Menschengeschlecht zu gründen. Davids Bestimmung ist es, diesen teuflischen Plan zu vereiteln. Aber wie soll er das tun? Etwa mit den seltsamen Gaben, die ihm in die Wiege gelegt wurden? Er kann die Farbe von Dingen verändern, Uhren verlangsamen und wenige Augenblicke weit in die Zukunft sehen - kaum brauchbar, wie er glaubt, um damit die Welt zu retten. Nur widerwillig fügt er sich in sein Schicksal und damit beginnt das größte Abenteuer seines Lebens ...

Teil 2

Als 1929 die Weltwirtschaftskrise ausbricht, stürzt die Welt in ein Chaos. Aber nur David Camden weiß, dass dieser wirtschaftliche Kollaps Teil eines fein ausgeklügelten Plans ist, an dessen Ende die Vernichtung der ganzen Menschheit stehen soll. Für seinen ersten Sieg über den Geheimbund Lord Belials musste David große Opfern bringen - Verwandte, Freunde und ihm wohlgesonnene Menschen haben dafür mit dem Leben bezahlt. Ständig auf der Flucht, verfolgt er auf der ganzen Welt Spuren des Geheimbundes, die ihn schließlich ins nationalsozialistische Deutschland führen. Im Vorderasiatischen Museum zu Berlin spürt er einer uralten Kristallkugel nach, die ihn zu den Mitgliedern von Belials geheimen Zirkel führen könnte. Während er gleichzeitig die Spur eines Mitglieds vom Kreis der Dämmerung verfolgt, erlebt er in der deutschen Hauptstadt den Aufstieg Hitlers an die Macht. Rasend schnell verändert sich das Leben. Die Suche nach dem Geheimbund gestaltet sich zunehmend schwieriger. Als Davids jüdische Frau Rebekka spurlos verschwindet, spürt er, wie sich die Schlinge immer enger zieht.


Der Kreis der Dämmerung, Teil 2
(Thienemann-Erstausgabe von 2000)

Der Kreis der Dämmerung, Teil 2 (Taschenbuchausgabe von Bastei Lübbe)
Der Kreis der Dämmerung, Teil 2
(Bastei Lübbe-Taschenbuchausgabe von 2005)

Teil 3

Der Zweite Weltkrieg ist vorüber. Lord Belials Plan scheint gescheitert. Aber kann sich die Welt tatsächlich in Sicherheit wiegen? David weiß, dass der Friede trügerisch ist. Inzwischen ist das »Jahrhundertkind« zu einem einsamen »weißen Wolf« geworden. David muss hilflos mit ansehen, wie Mahatma Ghandi ermordet wird, den so viele Menschen als Symbolfigur für Frieden und Verständigung verehrt haben. Gleichzeitig laufen Naziverbrecher wie Adolf Eichmann immer noch frei herum. Gehört dieser »Technokrat des Bösen« zu Lord Belials geheimem Zirkel? Der »weiße Wolf« setzt sich auf die Fährte des in Südamerika verschwundenen und vom israelischen Geheimdienst gesuchten Kriegsverbrechers. Nur widerstrebend zieht David andere mit ins Vertrauen - zu viele Freunde hat der Kreis der Dämmerung bereits getötet. Doch das macht ihn für den Geheimbund nicht harmloser, ganz im Gegenteil. David hat seine außergewöhnlichen Gaben fast zur Perfektion entwickelt. Für Belials Bruderschaft wird er dadurch zu einem unsichtbaren Fluch, der immer zielsicherer zuschlägt. Selbst der mächtige Schattenlord muss den Sterblichen fürchten, weil David um dessen Achillesferse weiß ...


Der Kreis der Dämmerung, Teil 3
(Thienemann-Erstausgabe von 2001)

Der Kreis der Dämmerung, Teil 3 (Taschenbuchausgabe von Bastei Lübbe)
Der Kreis der Dämmerung, Teil 3
(Bastei Lübbe-Taschenbuchausgabe von 2005)

Teil 4

Dei Rossi-Haus (zum Vergrößern anklicken; 148 KB)

David besucht phantastische Landschaften: Hier die »Feenkamine« von Göreme im türkischen Kappadokien - im Roman befindet sich hier das »Tal der schlafenden Zauberer« (Foto: Detlef Huter, 2001; zum Vergrößern (137 KB) auf das Foto, für weitere Infos im Web hier anklicken).

Als sich David 1958 in Rom seinem Ziel ganz nahe wähnt, muss er einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen. Dennoch er kämpft verbissen weiter. Nur er allein scheint dem Kreis der Dämmerung noch Einhalt gebieten zu können. Als einsamer Jäger, ausgestattet mit außergewöhnlichen Gaben, hat er klaffende Lücken in die verschworene Bruderschaft geschlagen, doch der entscheidende Sieg blieb bisher aus. Hilfe von unerwarteter Seite zwingt den »weißen Wolf«, scheinbar längst Vergessenes neu zu lernen: Vertrauen zu schenken und »im Rudel zu jagen«. David reist kreuz und quer über den Erdball, um die verbliebenen Feinde zur Strecke zu bringen. Jeden, den er besiegt, nimmt er seinen magischen Ring ab, um diesen zu zerstören. Doch wird er alle zwölf finden können? Die Zeit bis zum Ende des Jahrhunderts wird immer knapper. Fast sieht es so aus, als würden er und seine Gefährten den Kürzeren ziehen, bis er sich zu einem riskanten Schritt entschließt. Er fordert den mächtigen Belial selbst heraus - ohne recht zu wissen, wie er ihn besiegen kann ...


Der Kreis der Dämmerung, Teil 4
(Thienemann-Erstausgabe von 2001)

Der Kreis der Dämmerung, Teil 3 (Taschenbuchausgabe von Bastei Lübbe)
Der Kreis der Dämmerung, Teil 4
(Bastei Lübbe-Taschenbuchausgabe von 2005)

Übersetzungen

Hat ein vierbändiges Werk überhaupt die Chance, in eine fremde Sprache übersetzt zu werden? Die Kosten dafür sind immens! Jeder Verleger, der dieses Risiko eingeht, braucht eine Menge Mut. Und trotzdem gibt es solche Unternehmer noch. Den Autor freut's, die Leser auch. Na ja, die Umschläge entsprechen nicht immer dem mitteleuropäischen Geschmack oder sie wirken manchmal sogar - wie in der hebräischen Ausgabe - ziemlich martialisch, aber gewöhnlich hat der Autor da wenig Einflussmöglichkeiten. Folgende Übersetzungen der Saga vom Kreis der Dämmerung sind derzeit in Arbeit.
  • Hebräisch

  • Japanisch

  • Koreanisch
    In Bearbeitung

  • Russisch
    In Bearbeitung

  • Spanisch

  • Ungarisch


Hebräisch
(Teil 1)


Japanisch
(Teil 4, Bd. 8)

  

Terrorattacken vom 11.9.2001 finden Entsprechungen im Roman

Als ich am 11.9.2001 im Fernsehen die Bilder von den schrecklichen Terrorattacken in den USA sah, fühlte ich mich spontan dazu bewogen, meine Betroffenheit und mein Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen. Ich konnte mir denken, dass einige meiner Leser mit Schrecken die Parallelen zwischen der Saga vom Kreis der Dämmerung und der furchtbaren Wirklichkeit erkennen würden und das Bedürfnis haben mochten, sich mit mir auszutauschen oder einfach meine Einschätzung der Ereignisse erfahren wollten. Daher setzte ich an diesem schwarzen Dienstag, kaum zwei Stunden nach dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center, folgende Zeilen auf meine Homepage:   11.9.2001: Terroranschlag auf das World Trade Center

Mitteilung im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001

Mein Mitgefühl und meine große Anteilnahme gilt den Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten von Amerika und ihren Angehörigen. Letzteren spreche ich mein tief empfundenes Beileid aus. Das menschenverachtende Ausmaß dieser Taten macht mich überaus betroffen und es stimmt mich traurig, ja, es erschüttert mich, dass die Wirklichkeit manchmal die schlimmsten Schreckensszenarien, die sich ein Schriftsteller glaubt ausdenken zu können, noch zu übertreffen vermag. An diesem schwarzen Tag fühle ich gerade so.

Ich habe gezaudert, ob ich diesen Ausdruck meines Mitgefühls überhaupt veröffentlichen soll, weil so etwas ja nur allzu leicht mit dem »Ausschlachten« der Not anderer gleichgesetzt wird. Wer jedoch meine Bücher kennt, der weiß, das mir solcherlei Gedanken fern liegen. Ich empfand es als niederschmetternd, dass ausgerechnet während noch wild spekuliert wurde, wer der eigentliche Drahtzieher hinter den Anschlägen sei, der vierte Teil meines Romanes Der Kreis der Dämmerung in den Buchhandel kam. Hierin spielt Osama bin Laden eine - wenn auch  nur verschwindend kleine - Rolle. Der Saudi gilt als Hauptverdächtiger für die Urheberschaft der Terrorakte. Man sollte sich jedoch vor einem Rundumschlag gegen alle Muslime hüten. Osama bin Ladens verbrecherisches Potential beschäftigt mich indes schon seit Längerem. Als ich meinen Roman schrieb, konnte ich natürlich nicht ahnen, welche Rolle der islamische Fundamentalist bald im Weltgeschehen einnehmen würde. Um allen Spekulationen vorzubeugen und jedem die Möglichkeit zu einem eigenen Urteil zu geben, hier die betreffende Textpassage aus Teil 4 vom Kreis der Dämmerung:

Schlimmer noch als der Verlust jeglichen Unrechtsbewusstseins war aber die wachsende Neigung zur Gewalt ... Von Afghanistan aus machte ein steinreicher Terrorist namens Osama bin Laden von sich reden. Bei Anschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania am 7. August 1998 waren zweihundertvierundzwanzig Personen getötet und etwa fünftausend verletzt worden. Auch an dem Bombenanschlag auf das New Yorker World Trade Center im Februar 1993 sollte er beteiligt gewesen sein. Bin Laden betrachtete das Töten von Juden und Amerikanern als heilige Pflicht. ... David reiste nach Afghanistan und es gelang ihm sogar, in bin Ladens Lager vorzudringen. ... Wie sich herausstellte, war bin Laden nicht der wiederauferstandene Ben Nedal. Der bombende Millionär redete eine Menge wirres Zeug, was es selbst dem Wahrheitsfinder David schwer machte, eine Verbindung zum Kreis der Dämmerung herzustellen. Auf jeden Fall mussten Terroristen wie bin Laden für Belial eine wahre Augenweide sein. Der islamische Fundamentalist bezeichnete sich freimütig als "Verbrecher, wenn der Heilige Krieg gegen Amerikaner und Juden als Verbrechen gelte". So weit war es also gekommen. Die Medien umschwärmten die Bösewichte und ignorierten die Opfer. Davids Time-Artikel über bin Laden fiel wenig schmeichelhaft aus.

Manchmal wünscht man sich kein Visionär zu sein. Heute ist so ein Tag.

Ralf Isau am 11.9.2001 (aktualisiert am 27.10.2006)

Der Kreis der Dämmerung, Teil 4

Bestätigung durch die Wirklichkeit: Der Kreis der Dämmerung, Teil 4

Zwei Monate nach den Anschlägen bat mich die Stuttgarter Zeitung zu einer Stellungnahme: Welche Auswirkungen hat der 11. September auf Sie, ihr eigenes Werk und das der phantastischen Literatur im Allgemeinen? Dieser Frage ging ich in einem Essay auf den Grund, das am 8. Dezember 2001 in der Wochenendbeilage der Stuttgarter Zeitung veröffentlicht wurde (Seite 49) und dessen ungekürzter Text hier zu lesen ist (klicken Sie bitte auf das nebenstehende Bild des Artikels, um die PDF-Datei mit dem Essay-Text anzuzeigen).

Wenn ich mich seinerzeit - unter dem betäubenden Eindruck der menschenverachtenden Terrorakte - als Visionär bezeichnet habe, dann bezog sich das weniger auf den Anschlag selbst, nicht einmal auf den möglichen Drahtzieher bin Laden. Was mich erschreckte, war die Schnelligkeit, mit der Situationen, die wir gestern noch für undenkbar gehalten haben, heute bereits Wirklichkeit werden konnten. "Denn die Gestalt dieser Welt vergeht", heißt es in der Bibel (1. Korinther Kapitel 7, Vers 31). Man sprach mit einem Mal vom Dritten Weltkrieg. Was für ein erschreckender Szenenwechsel! Man könnte glauben, die Wirklichkeit sei eine Reflektion der Verschwörungsgeschichte meines Romans. Das trifft um so mehr zu, wenn man bereits den Schluss vom Kreis der Dämmerung gelesen hat.

Info 

Essay in der »Stuttgarter Zeitung«

»Brauchen Helden eine Lizenz zum Töten?«

Ungekürzte Fassung des Essays in der Stuttgarter Zeitung vom 8.12.2001.



Letzte Änderung: 1.1.2014
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