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Gedanken sind der Anfang von allem.
Gedanken verändern die Welt.

Der verbotene Schlüssel

Beginn einer neuen Zeitrechnung

Mit dem Roman Der verbotene Schlüssel hat für mich eine neue Ära begonnen. Er ist ein wichtiger Meilenstein in meiner schriftstellerischen Laufbahn und das in verschiedenerlei Hinsicht. Zum einen erscheint die Erstausgabe bei cbj, dem »C. Bertelsmann Jugendbuchverlag« in der Random House Verlagsgruppe. Das hat es bisher noch nicht gegeben. Andererseits repräsentiert er eine neue literarische Qualität, gewissermaßen den Isau 2.0. Was hat es damit auf sich? Dazu unten mehr. Zunächst soll die Frage geklärt werden, wie es zu dem neuen Roman kam und worum es darin geht.

»Der verbotene Schlüssel« (cbj-Erstausgabe von 2010)
Der verbotene Schlüssel
(cbj-Erstausgabe
von 2010)

Uhren und die Zeit – das sind Themen, die mich seit Langem beschäftigen. Im Roman Der Herr der Unruhe etwa sah ein Fiesling sich an eine Lebensuhr gekettet – blieb deren Unruh stehen, so fürchtete er, würde auch sein Herz aufhören zu schlagen. In jener Geschichte begegnen wir einem jungen Sonderling, vom Beruf her Uhrmacher, der scheinbar ebenso mit Maschinen reden kann wie Doctor Doolittle mit Tieren. In einer Nebenrolle werden wir diesen Nico dei Rossi und seine Laura im Roman Der verbotene Schlüssel wiedersehen – nur etliche Jahrzehnte später. Wie die fließenden Uhren von Salvador Dalí sind auch die meinen nur ein Symbol. Wer hinter der atemberaubenden Handlung nach mehr sucht, der wird auch mehr entdecken. Eines meiner Lieblingszitate stammt von Christopher Morley und lautet: »Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eigenem Denken zu verleiten.« Um die Macht der Gedanken geht es auch im Verbotenen Schlüssel, wie ja der Sinnspruch am Kopf dieser Seite bereits andeutet.

Und es geht um große Gefühle. Klingt erst einmal kitschig, ist es aber nicht. Ich meine nämlich nicht so sehr das Herzklopfen bei Sophia und Theo, auch nicht die Schmetterlinge im Bauch meiner beiden Hauptfiguren. Ihre zarte Liebegeschichte ist die Würze, nicht das tragende Element der ungemein spannenden Geschichte. Wenn ich Empfindungen zum Thema eines meiner Bücher mache, dann sind die Dimensionen viel gewaltiger.

Heute will ja jeder cool sein, was eigentlich nichts anders als »kühl« bedeutet. Cool sein, das heißt seine Gefühle anderen nicht zu zeigen. Es bedeutet auch, in einer Situation, wo andere ausrasten, einen kühlen Kopf zu bewahren. Andererseits – wünschen wir uns nicht alle Freunde, die uns gegenüber auch mal menschliche Wärme zeigen? Denen man sein Herz ausschütten kann, wenn man einmal so richtig mies drauf ist, und die dann eben nicht cool sind, sondern einem – wenigstens bildhaft gesprochen – die warme Schulter zum Anlehnen geben? Ich denke, insgeheim sehnt sich jeder nach solchen Menschen – auch wenn er sich selbst ganz cool gibt. Was wäre also, so fragte ich mich im Sommer 2009, wenn plötzlich sämtliche Gefühle aus unserer Welt verschwänden? Wären wir dann alle nur noch Maschinen? Wie würde diese Welt aussehen, in der irgendein Schurke die Empfindungen abgeschafft und das reibungslose Funktionieren zur obersten Tugend erhoben hätte? Gruselig, habe ich mir vorgestellt. Und trotzdem faszinierend! Noch bizarrer wäre es, wenn es eine Uhr gäbe, die einen ganzen mechanischen Kosmos enthielte. Und der Bösewicht würde diese vollautomatische Innenwelt nach außen stülpen und unsere äußere Welt verschwände im Uhrengehäuse. Solche verrückten Gedanken gingen mir durch den Kopf. Sie waren der Anfang für »Die merkwürdigste Geschichte der Welt« – so lautete der Arbeitstitel für mein neues Romanprojekt. Heraus kam am Ende das Reich Mekanis. Und Der verbotene Schlüssel.

Ralf Isau im Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen (Foto © Isabelle Grubert 2010)
Ralf Isau im Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen (© Isabelle Grubert 2010)



»Der verbotene Schlüssel« (cbj-Taschenbuch von 2012)
Der verbotene Schlüssel
(cbj-Taschenbuch
von 2012)

Inhalt – Von einer Uhr, in der die Welt verschwand

 »Manche Dinge blieben besser für immer unentdeckt. Noch konnte sie wieder abschließen und einfach davonlaufen.«

Sophia traut ihren Augen nicht, als sie in den Karton blickt, den ihr der Notar überreicht. Es ist der Nachlass ihres Großvaters, des Uhrmachers Ole Kollin, der unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Seine Augen waren wie herausgebrannt und sein Herz hatte in derselben Sekunde aufgehört zu schlagen, in der auch alle Uhren in seiner Wohnung stehen geblieben waren.

Als das Mädchen diese in Berliner Stadtteil Mitte besucht, findet sie eine umfangreiche Uhrensammlung vor. Es bestätigt sich, was der Nachlassverwalter gesagt hat: Sämtliche Zeitmesser sind um 13.13 Uhr angehalten worden.

Die Vierzehnjährige ist dem Vater ihres Vaters nie begegnet. Er hat ihr ein juwelengeschmücktes Ei von Carl Peter Fabergé vermacht. Es soll viele Millionen wert sein. Und es kommt noch toller: In dem Osterei des berühmten russischen Goldschmieds und Hoflieferanten des Zaren befindet sich eine uralte Taschenuhr. Es ist ein »Nürnberger Ei«, das ums Jahr 1582 herum angefertigt wurde. Und dann findet Sophia Das merkwürdigste Buch der Welt in der Kiste. Es ist in einer wunderschönen Handschrift verfasst, ein schriftliches Vermächtnis ihres Großvaters. Er warnt sie darin bereits auf der ersten Seite:

»Öffne bitte auf keinen Fall das Nürnberger Ei in der roten Kassette, die Dr. Sibelius dir übergeben hat! Ich rede von der Uhr im Messinggehäuse. Hast du es schon getan? Dann ziehe sie um Himmels willen nicht auf, ehe du mein Vermächtnis an Dich – dieses von mir geschriebene Buch – von Anfang bis Ende gelesen hast! Sie ist nämlich weit mehr als eine gewöhnliche Uhr. In Wahrheit ist sie ein kosmischer Mechanismus, der großes Unheil birgt. Fasse am besten ihren vergoldeten Schlüssel gar nicht erst an. Tu einfach so, als sei es Dir bei Todesstrafe verboten, ihn anzurühren. Wer ahnungslos das Uhr-Ei in Gang setzt, könnte damit die ganze Welt zum Stillstand bringen ...«

Im Folgenden berichtet Ole Kollin über Geschehnisse, die Sophia zunehmend an seinem Verstand zweifeln lassen. Von einem Stundenwächter namens Oros ist da die Rede, dessen flammender Blick jeden erblinden lässt. Er habe verschiedene geniale Männer dazu gebracht, einen kosmischen Mechanismus zu bauen, so klein, dass er in ein eiförmiges Uhrengehäuse passt. Im Jahr 1582 sei die Welt für zehn Tage stehen geblieben, als sie in diesem Uhr-Ei verschwand. Dank Theo, ein Junge aus dem antiken Griechenland, kam sie wieder in Gang. Seitdem sei Theo in der Uhr verschollen. Um den Vorfall zu vertuschen, habe Papst Gregor XIII. eine Kalenderreform durchführen lassen ...

»Kaum jemand kennt die Wahrheit: Wir verdanken den gregorianischen Kalender der Weltenmaschine, die mein Großvater Erik für den berühmten russischen Goldschmied Carl Peter Fabergé in ein kostbares Ei einbaute ...«

Sophia stockte der Atem, als sie die folgenden Worte las. Sie klangen wie ein Unheil verkündendes Orakel:

»Sollte Oros die Weltenmaschine finden und in ihren ursprünglichen Zustand versetzen, würde er nicht nur die Herrschaft über Mekanis zurückerlangen. Er könnte die ganze Menschenwelt in eine Art Mechanismus verwandeln, der für ihn nicht mehr wäre als ein Uhrwerk für einen Uhrmacher. Bitte nimm diese Warnung ernst, Sophia!«

Die Vierzehnjährige steht mit beiden Beinen im 21. Jahrhundert. Das Merkwürdigste Buch der Welt hält sie für Blüten eines verschrobenen oder gar senilen Geistes. Bis plötzlich sämtliche Uhren im Zimmer wie der zu ticken beginnen. Um 13.13 Uhr. Sophia flüchtet mit dem Karton aus der Wohnung.

Beim Verlassen des alten Hauses stößt sie fast mit einem Mann zusammen. Seine Augen strahlen wie zwei Sonnen. Es ist der Stunden- wächter Oros. Auf der Flucht vor ihm weiß sie sich nicht anders zu helfen, als den verbotenen Schlüssel zu benutzen. Sie zieht das Uhr-Ei auf – und findet sich in Mekanis wieder.

»Das beweist gar nichts«, entgegnete der Wolf verdrießlich. »… lass dir sagen, Menschenkind: Mekanis ist älter als ein paar Stunden. Viel älter! Fast so alt wie die Zeit selbst. Und bei meiner Rute, sie ist mindestens so mannigfaltig wie deine Welt.«

Im wundersamen Reich von Oros, dem Herrscher der Zeit, begegnet Sophia dem verschollenen Jungen Theo. Im Jahr 51 vor Christus hat es ihn in den kosmischen Mechanismus verschlagen, als dieser noch nicht mehr als ein Gedanke im Kopf seines Konstrukteurs war. Sophia kann nicht länger leugnen, dass die Merkwürdigste Geschichte der Welt wahr ist. Gemeinsam gelingt es den beiden, in die Menschenwelt zu fliehen. Doch dies ist nicht das Ende der Geschichte. Damit fängt sie erst an ...

Lykos? Jedenfalls ein eiserner Wolf in unserer Welt (Plastik von Rolf Neuenschwandner im Schweizer Kanton Uri; Foto © Ralf Isau 2009)
Hat es der belebte mechanische Wolf Lykos bis in unsere Welt geschafft? Man könnte es fast glauben. Bei meinen Recherchen in der Schweiz entdeckte ich diese Skulptur des Eisenplastkers Rolf Neuenschwandner
(Foto: © Ralf Isau 2010)

Bommel (Foto &copy Jörg Lützenkirchen 2010)
Den »Taschenwolf« Bommel im Grand Hostel Berlin gibt es wirklich. (© Jörg Lützenkirchen 2010; danke für das Foto)

Altstadt von Luzern (Foto © Ralf Isau 2009)
Schauplatz dramatischer Erignisse: Die Altstadt von Luzern. Im Hintergrund die Museggtürme. (Foto © Ralf Isau 2010)

Recherchen – Gründlich nachgeforscht

Der verbotene Schlüssel ist ein echtes Phantagon: Er vereint Elemente aus unterschiedlichsten Literaturformen, die sich im Empfinden jedes Lesers unterschiedlich stark ausprägen. Dem einen gefallen vor allem die Fantasyelemente, andere mögen speziell die historischen Episoden, einige könnten an den zarten Banden zwischen Sophia und Theo besonderen Gefallen finden und natürlich reißt – das ist ja mein Markenzeichen – auch die Verbindung zur realen Welt nie ab. Der Haupthandlungsstrang spielt in der Gegenwart und somit war es einmal mehr für mich wichtig, die realen Elemente so genau wie möglich zu recherchieren. Während der Roman entstand, war ich in Berlin und Luzern (siehe Fotos). Außerdem habe ich wieder hunderte von Quellen konsultiert, um die Fakten so exakt wie möglich darzustellen. Dazu gehörte etwa der geheimnisvolle Mechanismus von Antikythera. Das antike Räderwerk dürfte es nach den landläufigen Auffassungen vom Stand der Technik im ersten oder zweiten Jahrhundert vor der Zeitenwende gar nicht geben. Faszinierend waren auch die Nachforschungen zu den ersten Taschenuhren des 16. Jahrhunderts und zur glitzernden Welt des Carl Peter Fabergé, dem Hofjuwelier des Russischen Zahren Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.

Ein besonderes Erlebnis war für mich der Besuch des Zytturmes in Luzern. Hier spielt eine Schlüsselszene des Romans. Das Bauwerk, beherbergt das älteste Uhrwerk der Mittelschweiz. Es trägt das Datum 1535 und fällt damit genau in die Lebensepoche des Nürnberger Uhrmachermeisters Hans Gruber, der im Roman eine wichtige Nebenrolle spielt. Mein besonderer Dank gilt dem Verein und der Stiftung für die Erhaltung der Museggmauer im Allgemeinen und deren Turmwart Walter Fassbind im Besonderen. Er hat für mich den Zeitturm im wahrsten Sinne des Wortes – von außen und innen – begreifbar gemacht.

Luzerner Zytturm an der Museggmauer (Foto © Ralf Isau 2009)
Luzerner Zytturm an der Museggmauer
(© Ralf Isau 2010)

Uhrwerk im Luzerner Zytturm (Foto © Ralf Isau 2009)
Ältestes Uhrwerk der Innerschweiz im Luzerner Zytturm
(© Ralf Isau 2010)

Was verändert sich an der »Marke Isau«?

Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass meine Eingangsbemerkungen allerlei Fragen aufwerfen: »Wozu braucht es einen Isau 2.0?« Oder: »Warum wechselt der nach mehr als 16-jähriger erfolgreicher Zusammenarbeit von Thienemann zu cbj?« Dazu hier ein paar Antworten:

Warum Isau 2.0?

Was wie ein drastischer Schnitt aussieht, ist eigentlich gar keiner. Es ist vielmehr das Ergebnis eines langen Prozesses. In Wahrheit unterliegt mein schriftstellerisches Schaffen nämlich einem fortwährenden Wandel. Ständig erfinde ich mich neu. Die Isau-Stammleser wissen, dass ich mich seit meinem Erstlingsroman Die Träume des Joanathan Jabbok kontinuierlich weiterentwickelt habe. Mir wurde von Lesern und Kritikern vielfach bescheinigt, dies sei sowohl in der literarischen Qualität wie auch in der Wahl meiner Themen deutlich zu erkennen. Nicht zuletzt durch viele Hundert Lesungen für Schulklassen sowie in Gesprächen mit Lehrern und Lektoren ist mir zudem ein Wandel im Leseverhalten aufgefallen. Nur, um ein Beispiel zu nennen: Früher waren Bandwurmsätze normal, mittlerweile sind sie für viele Leser unverdaulich. Kurz und knackig soll es heute sein, immer spannend, voller Überraschungen und wenn's geht, bitte schön trotzdem mit Niveau. Wer sich als Autor den veränderten Gegebenheiten nicht anpasst, schreibt bald nur noch für eine kleine Elite. Ich habe meinen Lesern einfach zu viel zu erzählen! Die Worte des Schrifstellers sind das Gewand, in das er seine Geschichten kleidet. Manche bevorzugen sprachliche Lumpen, andere den Frack. Ich mag eine Garderobe, in der man sich wohl fühlt. Allerdings zieht man ja auch nicht sein Leben lang die gleichen Klamotten an. Was nicht bedeutet, dass man jeder neuen Mode hinterherrennen muss. Wer sich als Autor allerdings überhaupt nicht mehr weiterentwickelt, kommt bald nur noch altbacken daher. Mit dem etwas provokativen Etikett »Isau 2.0« möchte ich somit dokumentieren, dass mir diese Zusammenhänge bewusst sind und ich nach wie vor auf der Höhe der Zeit bleibe. Keine Sorge, ich werde mich nicht verbiegen, sondern authentisch bleiben. Wo Isau draufsteht, steckt auch immer ein echter Isau drin. Überzeugen Sie sich. Der verbotene Schlüssel liefert den Beweis.

Wieso ein neuer Verlag?

Im September 2009 erschien mit Der Feuerkristall mein vorerst letzter Jugendroman im Stuttgarter Thienemann-Verlag. Damit endet ein bedeutender Abschnitt meiner schriftstellerischen Biografie. Am 8. November 2010 schlage ich im Bereich Kinder- und Jugendbuch ein neues Kapitel auf. Mit Der verbotene Schlüssel lege ich für die Altersklasse von 13 bis 130 einen Roman vor, der in der Erstausgabe bei cbj, dem C. Bertelsmann Jugendbuchverlag, erscheint. Vielleicht wird es der Anfang einer neuen Zeitrechnung. 2008 waren drei Jugendbücher von mir herausgekommen, im Jahr danach immerhin noch zwei. Was war seitdem los? Hat Isau eine Blockade gehabt?

Weit gefehlt! Was für meine jungen und jung gebliebenen Leser wie eine 14-monatige Kreativpause aussieht, war für mich eine schöpferische Phase intensiven Sinnierens, Konzipierens, Recherchierens und Schreibens. Mit dem Verbotenen Schlüssel haben meine alten Tugenden, um es in der Gamersprache auszudrücken, den nächsten Level erreicht. Die Leser sollen wie oben beschrieben einen Isau 2.0 bekommen, der in Sachen Spannung, Fantasiereichtum und Sinngehalt nahtlos an meine großen Romane anknüpft. Und Qualität braucht nun einmal Zeit. Zeit, die ich mir genommen habe. Um diese Güte bei jährlich 100.000 Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt ins Bewusstsein der potenziellen Leser zu transportieren, bedarf es jedoch noch mehr: eines starken Partners nämlich.

Mein Erstlingswerk, das Kinderbuch Der Drache Gertrud, kam 1994 im Stuttgarter Thienemann-Verlag heraus. Das 1849 gegründete Verlagshaus ist der älteste deutschen Kinder- und Jugendbuchverlag. Zeitweilig war es unter den 100 größten Verlagen Deutschlands der kleinste. In den Jahren 1995 bis 2009 habe ich hier nicht weniger als 21 Romane veröffentlicht. Mit der Neschan-Trilogie, dem vierbändigen Zyklus Der Kreis der Dämmerung oder dem mehrfach ausgezeichneten Roman Das Museum der gestohlenen Erinnerungen konnte ich mich zu einem der »wichtigsten deutschen Fantasy-Autoren« (Andromeda-Nachrichten) mausern.

Auch Thienemann hat in dieser Zeit eine Entwicklung durchgemacht (für Details siehe Wikipedia-Artikel hier). Das Verlagshaus galt als Hort für exzellente Phantastische Literatur. In der Edition Weitbrecht erschienen Erfolgstitel wie Stein und Flöte (Hans Bemmann) oder Das Druidentor (Wolfgang Hohlbein). Und Thienemann selbst, das stand für Namen wie Michael Ende, Ottfried Preußler oder Max Kruse. Mittlerweile verbindet man den Verlagsnamen eher mit Serienschmökern wie die erfolgreiche Buchreihe »Freche Mädchen – Freche Bücher«. Wie stark das Verlagshaus seinen Unternehmenserfolg mittlerweile an typische Mädchenbücher knüpft, ist deutlich an der Gründung des Imprints Planet Girl im Jahr 2010 zu erkennen. Ein solcher sich über Jahre erstreckender Prozess muss sich zwangsläufig auch in der Auswahl von Mitarbeitern und in deren fachlicher Ausrichtung niederschlagen. Da ich meinen Schwerpunkt auch zukünftig in der Phantastische Literatur sehe, war es an der Zeit, mich nach neuen Partnern umzutun. Starke Verlagshäuser, die heute für das stehen, was Thienemann und seine Imprints in den 1990-er Jahren verkörperten.

Auch diese Neuorientierung war ein Prozess. Meine »Erwachsenenbücher« erscheinen seit 2007 im Münchener Verlag Piper, wo heute viele der ehemaligen Titel der Edition Weitbrecht gepflegt werden. Und für die Jugend-, eigentlich sollte man sagen, die All-age-Bücher, wird es ab 2010 cbj sein. Der C. Bertelsmann Jugendbuchverlag gehört zu Random House, der größten Verlagsgruppe der Welt (Quelle: FAZ.net). Für die Leser hat dieser Wechsel eine Menge Vorteile. Die Isaus werden zukünftig in mehr Buchhandlungen ausliegen und auch für die neuen Medien ist das Verlagshaus offen. Das heißt, Hörbücher oder Downloadtitel für Lesegeräte wie Kindle, iPad (siehe hier) und Co. gehören für das Unternehmen zum Pflichtprogramm. Den Wechsel zur Random House-Verlagsgruppe sehe ich nicht zuletzt als konsequenten Schritt in einer sich rasch verändernen Medienlandschaft. Der neue Isau muss also niemandem Sorgen machen. Denn wie schrieb Hermann Hesse in seinem Gedicht Stufen so schön?

Und jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne

 

Ralf Isau im Interview (Buchtrailer)*

Auszeichnungen

Kalender abonnieren Bereits im Erscheinungsmonat November 2010 erklärt die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur den Roman Der verbotene Schlüssel zum Jugendbuch des Monats. »Ein Autor, der sein intertextuelles Handwerk versteht«, urteilt die Jury der Akademie, die u.a. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

lovelybooks.denominiert Den verbotenen Schlüssel für den Leserpreis 2010 in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch. Der Roman schaffte es unter 35 Titeln auf Rang 12 (siehe hier).  
   



Letzte Änderung: 1.1.2014
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