Zurück zum Kopf der Seite

Die Neschan-Trilogie

Die Geburt einer Legende

"Schmale Landschaft mit Flugstein" by P. Gric
(c) Copyright by
 Peter Gric

Die Neschan-Trilogie ist der Anfang meines schriftstellerischen Schaffens. Wie bereits in meiner Lebensgeschichte beschrieben, entstand das knapp 1.600 Seiten umfassende Werk aus der Idee heraus, für meine Tochter Mirjam einen spannenden Schmöker zu schreiben. Da ich selbst als Jugendlicher gerne phantastische Romane gelesen hatte, sollte auch das Buch für Mirjam ein Spaziergang durch die Phantasie werden. Gleichwohl wollte ich der Wirklichkeit nicht vollständig den Rücken kehren, denn ich musste ja damit rechnen, dass sich Mirjam nicht wie Jonathan Jabbok in eine Traumwelt absetzen würde, sondern ihr eine Zukunft im harten Lebensalltag winkte. Doch selbst diese lässt sich farbiger gestalten, wenn man nicht nur auf bekannten Gedankenwegen wandelt, sondern seinen Geist elastisch hält, kreativ, dazu bereit, das Neue bisher Unentdeckte zu erkunden. So sah ich keinen Widerspruch darin, die Phantasie mit dem sogenannt "wirklichen Leben" zu verknüpfen. Die Neschan-Trilogie sollte nicht mein letztes Werk werden, in dem sich diese meine Einstellung zur Phantastik widespiegelt (siehe "Gedanken" zur Metaphorik des Werkes aus dem Jahre 1993).

Zunächst musste das Projekt einen Namen bekommen. Das war noch die leichteste Übung. Die Träume des Jonathan Jabbok sollte das Buch für Mirjam heißen. Der erste Band der späteren Trilogie trägt diesen Titel immer noch. Als ich mit dem Schreiben der Geschichte begann, war kaum abzusehen, dass ich erst sieben Jahre später den Schlusspunkt setzen würde. Autor wie Buch machten eine Metamorphose durch: ersterer vom Hobbyschreiber zum professionellen Schriftsteller, letzteres vom reinen Privatprojekt zu einem international geachteten Fantasy-Epos. So wurde aus der Legende über den siebten Richter ein Werk, das inzwischen selbst den Ruf einer Legende genießt.

Eine kurze Einführung zu den einzelnen Bänden ist in meinem B(a)uchladen zu finden. Um eine Buchbeschreibung anzusehen, klicken Sie bitte in die nachfolgende Liste:

Weiteres Wissenswertes zur Neschan-Trilogie ist in der Rubrik "Fragen & Antworten" zu finden.

Die Neschan-Trilogie

 

Info 

Metaphorik der Neschan-Trilogie

Die phantastische Literatur bedient sich oft der Metaphorik, um das »wirkliche Leben« zu reflektieren. Auch die Neschan-Trilogie enthält solch eine »tiefere Ebene«. Im Jahr 1993 habe ich meine diesbezüglichen Gedanken schriftlich festgehalten. Zum Lesen klicken Sie hier oder auf oben stehendes Info-Symbol (PDF-Datei, 11 KB).


Thienemann-
Sonderausgabe von 2004

Der Erfolg hat viele Väter - Danksagung an die Förderer

»Die Träume des Jonathan Jabbok« als Blanvalet-Taschenbuch
Aktuelle Taschenbuchausgabe von 2007 (Blanvalet)

Meist verbindet man ein Buch mit dem Namen, der auf dem Umschlag steht und denkt dabei wenig über die vielen anderen nach, die noch zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. Mein eigener Anteil an der Neschan-Trilogie war Phantasie und Zeit. Für den ursprünglich als ein Buch geschriebenen Roman Die Träume des Jonathan Jabbok, der heute die Bände I und II der Neschan-Trilogie bildet, habe ich mindestens 1.624 Stunden aufgewendet. Das entspricht 203 Arbeitstagen à 8 Stunden oder (theoretisch) ungefähr 68 ganzen Tagen à 24 Stunden ununterbrochenen Schreibens. Doch allein damit den Erfolg der Trilogie zu erklären, wäre pure Anmaßung. Dank Michael Ende - auch das habe ich in meiner Vita bereits beschrieben - gelang es mir, den Thienemann-Verlag (Stuttgart) für das Werk zu begeistern. Für Hansjörg Weitbrecht, dem damaligen Verleger dieses ältesten deutschen Kinder- und Jugendbuchverlages, mochte es ein Risiko gewesen sein, das erst zu einem Drittel fertige Manuskript eines völlig unbekannten Autors unter Vertrag zu nehmen. Wie gut, dass es immer noch Menschen gibt, die lieber den steinigen, den schweren Weg gehen, weil sie sich Aussichten erhoffen, an die andere nicht einmal zu erwähnen wagen. Leider denken etlichen Verlagsverantwortliche heute nur noch an den kurzfristigen Profit und kaufen daher lieber "große Namen" ein, anstatt in junge Talente und damit in die Zukunft der Literatur zu investieren. Mein Dank gilt daher jenen, die mir eine Chance gegeben und damit bewiesen haben, zu welch großer Anerkennung durch die Leserschaft auch ein bisher unbekannter Autor gelangen kann. Ein nicht unerheblicher Anteil für den Erfolg der Erstausgabe der Neschan-Trilogie gebührt sicher auch Claudia Seeger, deren Illustrationen die Trilogie ihre ansprechende Unverwechselbarkeit verdankt. Last but noch least müssen die Lektoren der Neschan-Trilogie genannt werden: Jeanette Randerath, Michael Jokisch und Guido Michl gilt meine Hochachtung, weil sie eine gewaltige Arbeit bewältigt haben, ohne daran zu verzweifeln.

Info 

Ende-Story

Wie Michael Ende dem Drachen Gertrud zum Fliegen verhalf (PDF-Datei, 13 KB).

Das Chamäleon unter meinen Werken

»Die Träume des Jonathan Jabbok« als Blanvalet-Taschenbuch
Blanvalet Taschenbuch 2007

»Das Geheimnis des siebten Richters« als Blanvalet-Taschenbuch
Blanvalet Taschenbuch 2007

»Das Lied der Befreiung Neschans« als Blanvalet-Taschenbuch
Blanvalet Taschenbuch 2007

»Die Träume des Jonathan Jabbok« als Goldmann-Taschenbuch
Goldmann Taschenbuch 1998

»Das Geheimnis des siebten Richters« als Goldmann-Taschenbuch
Goldmann Taschenbuch 1998

Keines meiner Werke präsentiert sich allein im deutschsprachigen Raum so vielfältig wie die Neschan-Trilogie. Wie ein Chamäleon ist es sehr wandlungsfähig, wie folgende Übesicht beweist:
  • Mai 1995: Zum Auftakt der Neschan-Trilogie bringt Thienemann ein Leseexemplar (entspricht in der Ausstattung einem normalen Taschenbuch) von den Träumen des Jonathan Jabbok heraus.
  • August 1995: Die Hardcover-Ausgabe von den Träumen des Jonathan Jabbok erscheint.
  • Februar 1996: Das Geheimnis des siebten Richters (Hardcover)
  • August 1996: Das Lied der Befreiung Neschans (Hardcover)
  • Frühjahr 1997: Im Bertelsmann Club erscheinen Die Träume des Jonathan Jabbok (Hardcover). Nach Befinden des Autors, der hässlichste Schutzumschlag. Diese Einschätzung scheinen auch andere zu teilen: Der Buchclub kippt die Neschan-Trilogie aus dem Programm.
  • November 1998: In seinem Fantasy-Programm für Erwachsene bringt Goldmann Die Träume des Jonathan Jabbok als Taschenbuch heraus. Obwohl der Umschlag ähnlich hässlich ist wie jener der Buchclub-Ausgabe findet die Neschan-Trilogie dadurch viele neue Freunde.
  • November 1998: Die Karussel Musik & Video GmbH erwirbt die Rechte für ein Hörbuch von den Träumen des Jonathan Jabbok.
  • Ebenfalls im Herbst 1998: Goldmann bringt Das Geheimnis des siebten Richters als Taschenbuch heraus.
  • Frühjahr 1999: Das Lied der Befreiung Neschans erscheint bei Goldmann im Taschenbuch.
  • Mai 1999: Bei Omnibus (Kinder- und Jugendbuchreihe von Bertelsmann) erscheinen Die Träume des Jonathan Jabbok nun ebenfalls als Taschenbuch.
  • August 1999: Bei Omnibus erscheint das Taschenbuch zum Geheimnis des siebten Richters.
  • Dezember 1999: Omnibus zieht mit der Taschenbuchausgabe vom Lied der Befreiung Neschans nach.
  • Januar 2000: Bei Omnibus erscheinen alle drei Bände der Neschan-Trilogie im Schuber (zur Anzeige hier klicken).
  • Frühjahr 2000: Die Ventura Film Distributors b.v. erwirbt die Rechte zur Vermarktung der Neschan-Trilogie im Bereich Film und elektronische Medien.
  • November 2000: Der japanischen Verlag Asunaro Shobo Ltd. bringt Die Träume des Jonathan Jabbok als Hardcover ins Land der aufgehenden Sonne.
  • Juni 2001: Bei Asunaro Shobo erscheint Das Geheimnis des siebten Richters auf Japanisch
  • November 2007: Blanvalet, ein Imprint der Random House Verlagsgruppe, bringt eine Taschenbuchausgabe der Trilogie mit völlig neu gestalteten Umschlägen heraus.


Thienemann Erstausgabe 1995

Thienemann-Erstausgabe von "Das Geheimnis des siebten Richters"
Thienemann Erstausgabe 1995

Thienemann-Erstausgabe von "Das Lied der Befreiung Neschans"
Thienemann Erstausgabe 1996

Bertelsmann Clubausgabe von "Die Träume des Jonathan Jabbok"
Bertelsmann Buchclub-Ausgabe (zum Vergrößern anklicken; 40 KB)

»Das Lied der Befreiung Neschans« als Goldmann-Taschenbuch
Goldmann Taschenbuch 1999

Übersetzungen

Japanische Ausgabe von den »Träumen des Jonathan Jabbok«
Neschan I auf Japanisch
(zum Vergrößern anklicken, 83 KB)

Japanischen Ausgabe von »Das Geheimnis des siebten Richters«
Neschan II auf Japanisch
(zum Vergrößern anklicken, 89 KB)

In wie viele Sprachen ein Werk übersetzt wird, hängt nicht nur von seinen Verkaufszahlen im Ursprungsland, sondern auch von seinem Umfang ab. Ginge es mir nur um den kommerziellen Erfolg, müsste ich also hauptsächlich gute dünne Bücher schreiben und nicht so viele gute dicke. Ich ignoriere lieber diese Regel, schreibe Bücher, die ich selbst gerne als junger Leser verschlungen hätte und hoffe auf den Tag, da mich ein Land "entdeckt". Japan ist ein schönes Beispiel, wie so etwas funktionieren kann (siehe News). Nach Erscheinen des ersten Bandes der Trilogie musste alle zwei Wochen eine neue Auflage gedruckt werden. Die nachfolgende Liste von Übersetzungen ist daher im Grund noch gar keine, aber das kann sich ja schnell ändern.

Japanisch

KoreanischIn Bearbeitung

Thai

Japanischen Ausgabe von den »Träumen des Jonathan Jabbok«
Neschan III auf Japanisch
(zum Vergrößern anklicken, 75 KB)

Thailändischen Ausgabe von den »Das Geheimnis des siebten Richters«
Neschan II in Thai
(zum Vergrößern anklicken, 91 KB)

Selbstgeschnitzt - Autodidaktisches

 

Zum Vergrößern jeweils das einzelne Bild anklicken:

Der Stab Haschevet (235 KB)
Der Stab Hasche-
vet (235 KB)

Landkarte Neschans, 1988 (76 KB)
Erster Entwurf der Welt Neschan
(76 KB)

Landkarte Neschans, 1995 (301 KB)
Selbst erstellter Computerentwurf der Welt Neschan
(301 KB)

Die Schule hat mir hauptsächlich eines beigebracht: zu Lernen. Ich bin ein Autodidakt. Vielleicht rührt daher die Detailversessenheit in meinen Büchern, das ständige Bestreben Reales auch wirklichkeitsgetreu darzustellen. So gewinnt für den Leser nach meiner Meinung auch das Phantastische an Akzeptanz. Nicht nur die Suche nach Fakten gehört zu den Eigenleistungen, die ich in meine Schriftstellerei einbringe (natürlich nehme ich hier hin und wieder auch die Hilfe anderer in Anspruch), sondern das Handwerk des Schreibens selbst. Es ist schon erstaunlich, wie bereits ein Erstlingswerk wie die Neschan-Trilogie Hunderttausende begeistern konnte. Meine Entwicklung als Literat begann doch erst mit dieser Trilogie und ist noch lange nicht abgeschlossen.

Bisweilen trieb das "Schnitzen" an den Träumen des Jonathan Jabbok schon seltsame Blüten. Da versuchte ich mich gelegentlich im Zeichnen, um den Stab Haschevet, Din-Mikkiths Keim oder die Topografie Neschans zu visualisieren - mit jämmerlichem Erfolg wie nebenstehende Beispiele zeigen. Aber ein guter Schüler muss auch wissen, wo seine Grenzen sind. Seitdem so begabte Künstler wie Claudia Seeger oder Peter Gric - seine "Schmale Landschaft mit Flugstein" ist oben links zu sehen - die Illustration meiner Bücher übernommen haben, präsentieren diese sich dem Leser wie aus einem Guss. Das Selberzeichnen habe ich nicht ganz aufgegeben, beschränke es aber auf den Eigengebrauch - manches lässt sich einfach leichter in Worte fassen, wenn man es zunächst in Bildern gesehen hat.

Din-Mikkiths Keim (198 KB)
Skizzen zu Din-Mikkiths Keim (zum Vergrößern anklicken, 198 KB)

Neschanische Maß- und Zeiteinheiten

Ich wurde einmal gefragt, warum ich in der Neschan-Trilogie so schwer verständliche Maßeinheiten verwende: Fuß, Elle, Meile - was ist damit gemeint? Die Leserin bekam folgende Antwort:

"Nun, wir befinden uns in einer fremden Welt, die irgendwie an alte biblische Zeiten erinnern mag ... Hier wie dort werden auch die uns heute etwas fremden Maße verwendet. Ich benutze grundsätzlich die Maßangaben, die zum Zeitpunkt und am Ort der Handlung gültig sind (vergleiche die Saga Der Kreis der Dämmerung). Das gehört für mich einfach zur Glaubhaftigkeit, zur authentischen Atmosphäre der Geschichte. Vielleicht ist Dir auf aufgefallen, dass es auf Neschan keine Sekunden, sondern nur 'Herzschläge', 'Atemzüge' oder Ähnliches als kurze Zeiteinheiten gibt. Eine Sekunde in einer altertümlichen Welt ist für mich ein Stilbruch, der das Bild der Glaubhaftigkeit zerstört. Unsere Urgroßeltern haben sich wenig um Sekunden geschert."

Um all jenen, die es nun aber doch ganz genau wissen wollen, behilflich zu sein, hier eine Tabelle zur Umrechnung der in der Neschan-Trilogie verwendeten Maßeinheiten:

Irdische (englische) Längenmaße:

1 Fuß 0,3048; m
1 Meile 1609,0; m
1 Seemeile (nautische Meile) 1852,0; m

Neschanische Längenmaße:

1 Fingerbreit 0,0185 m (1/4 Handbreit)
1 Handbreit 0,0740 m (4 Fingerbreit)
1 Spanne 0,2220 m (3 Handbreit)
1 Fuß 0,2960 m (4 Handbreit)
1 Elle 0,4450 m (2 Spannen)
1 große/frühere Elle 0,5180 m (7 Handbreit)
1 Faden 1,8000 m
1 Rohrlänge/Rute 2,6700 m (6 Ellen)
1 große Rohrlänge 3,1100 m (6 große Ellen)
1 Meile 1602,0000 m (3600 Ellen)

Auch die Zeitrechnung auf Neschan bereitet dem ein oder anderen Schwierigkeiten. Nun, ich verrate wohl kein Geheimnis, wenn ich in diesem Zusammenhang auf den althebräischen Mondkalender verweise, der mir als Vorbild gedient hat. Hier eine Übersicht der Monate:


Mondkalender 

lfd. Monat 

NESCHAN

ERDE

Monat

Anzahl Tage

Monate

1.

Ethanim

30

Sept./Okt.

2.

Bul

variabel

Okt./Nov.

3.

Kislew

variabel

Nov./Dez.

4.

Tebeth

29

Dez./Jan.

5.

Schebat

30

Jan./Febr.

6.

Adar

variabel

Febr./März

Schaltmonat

Veadar

30

7.

Abib

30

März/April

8.

Ijjar

29

März/April

9.

Siwan

30

Mai/Juni

10.

Tammus

29

Juni/Juli

11.

Ab

30

Juli/Aug.

12.

Elul

29

Aug./Sept.

Wie funktioniert ein Mondkalender? Wie der Name schon sagt, stützt er sich auf die Mondzyklen. Seine Monate haben eine Länge von 29 oder 30 Tagen (ein Mondzyklus, auch "Lunation" genannt, ist im Durchschnitt 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,78 Sekunden lang). Da ein Jahr mit zwölf Mondmonaten fast elf Tage kürzer ist als ein Sonnenjahr von 365 1/4 Tagen, wird jedes Jahr um einige Tage verlängert; hierfür stehen die Monate Bul, Kislew und Adar mit entweder 29 oder 30 Tagen zur Verfügung (in obiger Tabelle mit "variabel" gekennzeichnet); in einem (sogenannt metonischen) 19-Jahreszyklus wird in jedem 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr ein zusätzlicher Schaltmonat, der Veadar, eingeschoben. Durch diese Ausgleichstage und -Monate ergibt sich das sogenannte "Lunisolarjahr" oder "gebundene Mondjahr", das sicherstellt, dass bestimmte Monate und Jahreszeiten immer übereinstimmen. Wie auch immer, die neschanische Zeitrechnung lässt aus obengenannten Gründen 12-Monatsjahre mit 353, 354 oder 355 Tagen und Schaltjahre (à 13 Monate) mit 383 bis 385 Tagen zu.

Der neschanische Tag endete ursprünglich mit dem Untergang der Sonne, so dass ein neuer Tag nach Sonnenuntergang begann. Zu Jonathans Zeiten war der Tagesbeginn aber bereits auf eine bestimmte Zeit festgelegt, die auf der irdischen Zeitskala der um 18.00 Uhr entspricht. Auf Neschan haben die Tage keine Namen, sie sind einfach von 1 (entspricht unserem Sonntag) bis 7 (unser Samstag) durchnummeriert - man spricht also vom "ersten Tag", "zweiten Tag" usw.

Der Begriff der neschanischen Stunde ist für heutige irdische Verhältnisse etwas verwirrend (obwohl man diese Art der Zeitrechnung auch bei uns im Altertum kannte). Man spricht in jeder Jahreszeit von 12 Stunden Tageslicht und 12 Stunden Nacht. Daraus folgt, dass die Tagesstunden im Winter wesentlich kürzer sind als die Nachtstunden; im Sommer kehrt sich diese Verschiebung genau um. Nur zur Zeit der Tagundnachtgleiche haben die neschanischen Stunden die uns bekannte Länge von 60 "irdischen" Minuten.

Das Zeitmaß der Wache lässt sich mit unseren Stunden eher vergleichen. Bei den Römern und Griechen kannte man 4 Wachen zu je 3 Stunden; die erste Wache begann etwa um 18 Uhr. Bei den alten Hebräern gab es 3 Wachen zu je 4 Stunden; auch hier begann die erste Wache gegen 18 Uhr. Auf Neschan dauert eine Wache 4 Stunden der uns bekannten Länge; dort beginnt die erste Wache ebenfalls gegen 18 Uhr, also mit Beginn eines neuen Tages.

 



Letzte Änderung: 1.1.2014
Kontakt: E-Mails an Ralf Isau
Webimpressum
© Copyright by Ralf Isau 2000 - 2014